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Naturfreunde Alpinistengilde

Naturfreunde Alpinistengilde
Martin Edlinger
Viktoriagasse 6
1150 Wien
Tel: 01/892 35 34-34
Email: martin.edlinger@naturfreunde.at

NATURFREUNDE TIPPS

Erdbebenhilfe für Nepal - bitte unterstütze uns dabei mit deiner Spende!

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Bereits seit 2 Jahren sind die Naturfreunde NÖ gemeinsam mit der Hilfsorganisation Children of the Mountain in Nepal (Bergdorf Tandrang) tätig, um den Menschen dort zu helfen. Jetzt, nach der Erdbebenkatastrophe soll diese Hilfe verstärkt und erweitert werden.

In memoriam Sepp Larch, Erstbesteiger des Gasherbrum II

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Mit großer Betroffenheit geben die Naturfreunde Österreich bekannt, dass Sepp Larch, Erstbesteiger des Gasherbrum II und Alpinistengilde-Mitglied, am 7.10.2011 im Alter von 81 Jahren in Weyer verstorben ist.

Richtlinien für die Alpinistengilde der Naturfreunde Österreich

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Die Alpinistengilde ist eine selbständige Fachgruppe innerhalb der Arbeitsgemeinschaft Bergsteigen des Gesamtvereines Naturfreunde Österreich. In ihr sollen alle jene Mitglieder erfaßt werden, die überdurchschnittliche alpine Leistungen erbringen.

Ansuchen um Aufnahme in die Alpinistengilde

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Wenn auch Sie großartige, bergsteigerische Leistungen erbracht haben und Sie gerne in die Alpinistengilde aufgenommen werden möchten, so finden Sie hier zum Downloaden das erforderliche Ansuchen.
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© Don Lukas, Don Philippe y Don José

KONTAKT

Alpinistengilde

Lost Gringos in Perú

So schnell kann es gehen: Nur ein Augenblick der Unachtsamkeit, eine kurze Rast an der falschen Stelle, vielleicht hat man der Erschöpfung nur ein wenig nachgegeben und die Augen geschlossen, kurz nur, aber eben doch zu lang...

13.7. bis 12.8.2016:

Sollte unser Abenteuer schon zu Ende sein, ehe es richtig begonnen hatte? Unentwegt suchte ich den Horizont nach meinen Freunden ab, nichts. Wir hätten uns anseilen sollen, dann wäre es wohl nicht passiert. Andererseits waren die Spalten am Flughafen Madrid durch massive Metallgeländer ausreichend gesichert, und beim glücklichen Wiedersehen im Flugzeug nach Lima stand auch schnell der Name unseres kleinen Bergsteigertrios fest: Lost Gringos.

Wer zum ersten Mal nach Peru zum Bergsteigen reist und noch dazu in der glücklichen Lage ist, gleich vier Wochen dort verbringen zu können, dem sei dringend angeraten, in Cusco zu beginnen. Trotzdem, oder gerade deshalb, weil es der touristische Nabel Südamerikas ist, an dem man sich wunderbar an die neue Welt herantasten kann. Es fehlt an nichts, man hat an jeder Ecke WIFI und kann sich nebenbei ganz gut akklimatisieren, indem man die nähere Umgebung mit Collegios (Sammeltaxis) bereist und erwandert. Die Lost Gringos haben es so gemacht, und zum Warmwerden den Lares Trek betreten, mit dem Ziel aller Ziele: Das magische Machu Picchu in Mitten des Dschungels um Aguas Calientes.

 

Apropos Inkas: Theoretisch und auch praktisch sei davor gewarnt, Chicha (selbstgebrautes Maisbier) zu trinken! Wer aber so richtig mit allen Sinnen in die andine Kultur eintauchen möchte, nehme eine Packung starker Aktivkohletabletten zu diesem Vorhaben mit. Wir bereuten jedenfalls nichts, stiegen im weiteren Verlauf der Reise dann doch lieber auf das ebenfalls heimische, aber nicht selbstgebraute Cusceña Blanca um.


Salsa, Cumbia, oder einfach Chicha (der peruanische Musikstil, nicht das oben beschriebene Abführmittel) passt als akustischer Hintergrund wunderbar zu Bier, und umgekehrt. Übrigens werden in Peru immer zwei Flaschen bestellt und dann solange reihum getrunken, bis eine nächste Bestellung fällig wird. Wer den letzten Schlucken leert, bestellt und zahlt als Nächster. Und wer nicht tanzt, wenn die Salsaband gerade alles gibt, der blamiert sich und sollte schleunigst den Heimweg antreten oder zumindest eine Runde Pisco Sour (der Coctail Perus) bestellen. Nur wer wie die Lost Gringos am darauffolgenden Tag den Flug nach Lima versäumt, der hat alles richtig gemacht und ist nach einer durchgetanzten Nacht auf über 3000m gerade recht akklimatisiert für höhere Gefilde, vamos amigos!

Huaraz bietet als Ausgangspunkt für Ausflüge in die Cordilliera Blanca  alles, was das Bergsteigerherz begehrt: Mit bescheidenen Spanischkenntnissen im Gepäck kann man sich inzwischen so ziemlich alles organisieren, von Transfers zu entlegenen Ausgangspunkten (der Taxista kommt verlässlich wie ausgemacht zwei Tage später zum vereinbarten Treffpunkt), über Gaskartuschen (die man bei Nichtgebrauch deutschen Wanderern verkauft) und Sonnenhütchen bis hin zum Leih-Esel. Die Lost Gringos verbrachten so die erste Woche mit immer höher werdenden Wanderungen in der Cordilliera Blanca, die in der Besteigung des Nevado Ishinca (5530m) ihren ersten Höhepunkt fand. Der unschwierige, aber recht mühsame Anstieg verläuft mittlerweile rechts vom Ishinca-Gletschersee, weil die linke Variante aufgrund des Gletscherrückgangs zusehends unpassierbar wurde. Unmittelbar vor dem Gipfel war eine kleine Steilstufe im Eis zu überwinden, aber die herrliche Aussicht auf die umliegenden Sechstausender ließ alle Strapazen schnell vergessen.

 

Als Höhepunkt und Abschluss unserer Bergsteigerreise stand nun der Besteigung des Nevado Pisco und des Nevado Chopiqualqui nichts mehr im Wege. Als Ausgangspunkt für unser erstes Ziel bot sich das Refugio Peru (4680m) an. Die italienisch geführte Hütte direkt an der Pisco-Moräne braucht den Vergleich mit heimischen Schutzhäusern nicht zu scheuen, hält sich allerdings auch bei den Preisen an europäische Standards. Nach einer improvisierten Geburtstagsfeier für Don Philippe und ein paar Partien Karten ging es nur wenig später los: die Durchquerung der Moräne gleicht einem Versteckspiel im Steinbruch. Immer wieder sieht man irgendwo verstreut Stirnlampenlichter, hört Leute rufen, ruft selbst, weil man Bergsteiger in die offensichtlich falsche Richtung wandeln sieht. Nach etwa zwei Stunden hat der Spuk ein Ende, wenn man Glück hat. Dann bäumt sich endlich das Gletschereis vor einem auf und der schöne Teil des Anstiegs kann beginnen. Wer allerdings zu schnellen Schrittes nach oben strebt, der kann wie die Lost Gringos frierend am Gipfel des Nevado Pisco (5750m) auf das erste wärmende Sonnenlicht warten, deshalb: Tranquilo, hombres!

 

Traditionsgemäß wurde nach der Ankunft beim Refugio Peru der Gipfelerfolg mit Pisco Sour gefeiert. Zum Basislager des Nevado Chopiqualqui auf der gegenüberliegenden Talseite war es nun nicht mehr weit, und zu unserem Erstaunen mussten wir uns den Platz für das Basislager nur mit tausenden Fliegen teilen. Nach einem Ruhetag stiegen wir zum Moränencamp auf ca. 5000m auf, wo uns absteigende Bergsteiger voller Begeisterung über die Schönheit, aber auch die Schwierigkeiten des Gipfelanstieges berichteten. Am darauffolgenden Tag ging es weiter zum Hochlager (ca. 5600m) am komplett vergletscherten Westgrat unseres Berges. Das Wetter hatte sich inzwischen entscheidend gebessert, bei sternenklarem Himmel stiegen wir um ein Uhr früh in die Steigeisen und dem Gipfel entgegen. Immer wieder waren steile Eisflanken bis um die 50 Grad zu überwinden, Spalten zu überqueren oder zu umgehen. Weit entfernt im Tal sah man die Lichter von Huaraz, vereinzelt Scheinwerferkegel auf den einsamen Passstraßen. Wir freuten uns schon auf den Moment, wo die Nacht den grandiosen Blick auf die umliegenden Sechstausender freigeben würde. Als es endlich soweit war, standen wir bereits am Gipfel des Nevado Chopiqualqui (6354m) und freuten uns über diesen genialen Abschluss unserer Bergsteigerreise.

 

(además: tres fotos con los gringos Don Lukas, Don Philippe y Don José)